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uit: Das Wunder von Bern
Fußball spielt Geschichte
Peter Kasza

Auf dem Weg ins Finale

Grote publieke belangstelling

Es ist ein eigentümliches System bei der WM, "interessant" nennt es der DFB, "Vorrundenwissenschaft" der kicker. Die Deutschen empfanden es als ungerecht: Vier Manschaften pro Gruppe, die beiden vermeintlich stärkeren davon gesetzt. Sie mussten nicht gegeneinander antreten, genauso weinig wie die beiden schwächeren. Die Deutschen waren nicht gesetzt und teilten in ihrer Gruppe dieses Schicksal mit Südkorea. Sie mussten also mindestens einen Gesetzten schlagen, um eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. Beide mussten gegen Ungarn und die Türkei antreten. Die Reise Südkoreas war - wie bereits beschrieben - recht kurzweilig. Deutschland schlug sich zunächst gut. Mit 4:1 gewannen sie ihr Auftaktspiel gegen die Türkei in Bern. Kein gutes Spiel, aber das Ergebnis stimmte. Das DFB-Gedenkbuch beglückte mit der Nachrich, dass eine ganze Menge deutscher Zuschauer ins Nachbarland gekommen und ganz der Tradition verpflichtet gewesen seien: "Draußen vor der Kabinen, stehen die begeisterten deutschen Zuschauer. Sie waren unentwegt auf ihre Lieblinge, brechen - als sie endlich erscheinen - in den bei den Olympischen Spielen 1936 geübten Schlachtruf aus: Ra, ra, ra, Germania!" Den rechten Arm hatten sie dabei hoffentlich nicht gehoben. Im kicker las man: "unerwartete Schwächen - unerwartete Stärken - das glich sich zum Glück aus". Die Süddeutsche Zeitung war weniger salomonisch und schrieb: "Grässlicher Auftakt".

Das tat der Hoffnung auf eine Sensation keine Abbruch - obwohl der nächste Gegner Ungarn von allen bereits als Weltmeister gehandelt wurde. Aber der kicker hatte beruhigend festgestellt, dass das deutsche Spiel weniger brasilianisch, sondern eher "ungarnähnlich" sei, was auch immer das heißen sollte. Ungarn hatte Südkorea zu diesem Zeitpunkt bereits mit 9:0 besiegt, Deutschland hatte die Türkei 4:1 geschlagen. Die Türkei trat nun gegen Südkorea an und ein Sieg schien vorprogrammiert. Ein unentscheiden oder ein Sieg gegen Ungarn hätte nun für Deutschland den sicheren Einzug ins viertelfinale bedeutet. Bei einer Niederlage wären sie punktgleich mit der Türkei gewesen. Ein Entscheidungsspiel zwischen Türkei und Deutschland wäre die Folge. Herberger werde "alles versuchen, um seiner Mannschaft durch ein Unentschieden gegen die Ungarn das kräfteraubende Wiederholungsspiel gegen die Türkei zu ersparen", schrieb die Welt - und behielt Unrecht.


(uitg. be.bra verlag)
prijs: € 23,95
isbn: 9783898090469
verschenen in 2004
gebonden: 224 pagina's
Duitstalig
levertijd 5-7 werkdagen

<afbeeldingen uit het boek>

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