| Schweden
- Brazilien 2:5 (1:2) Das Endturnier - Das Finale
Bereits
nach einer Viertelstunde bewahrheitete sich aber, was alle erwartet hatten: Brasilien
war überlegen und würde neuer Weltmeister werden. Die "Heja Heja!"-Rufe
verstummten. Die Kombinationen waren exzellent aufgebaut, streckenweise kam keine
Schwede an den Ball. Lediglich Routinier Liedholm, einer der schwedischen "Italiener"
konnte mithalten; gute Noten bekamen auch noch "Rio-Kalle" Svensson
im Tor und "Julle" Gustavsson als Stopper. Der Plan von Trainer Raynor,
nach dem Gustavsson und Parling die Brasilianer Didi und Vavá "festnageln"
sollten, ging nicht auf, denn Didi zog sich ins linke Mittelfeld zurück und
machte von dort aus das Spiel. Das 4-2-4 System funktionierte tadellos, neben
Didi nahmen im Mittelfeld Zito und Orlando die Rolle der Läufer an. Wie konsequent
auch die Offensivleute mitarbeiteten, zeigte sich in der 26. Minute, als Linksaußen
Zagalo auf der Linie klärte. Bei aller Individualität seiner Schützlinge
hatte Vicente Feoloa eine perfekte, disziplinierte, harmonische Mannschaft geschaffen.
Es gab kaum einen Schwachpunkt im brasilianischen Team. Einzig Torwart Gilmar
musste man ankreiden, dass er beim zweiten schwedischen Treffer herausgelaufen
war und den Ball nicht mehr erreichen konnte. Allerdings fiel dieses Tor aus klarer
Abseitsstellung. Djalma Santos, bereits 1954 als bester Spieler auf seiner Position
gerühmt, als neuer Verteidiger (für die Sordi) fügte sich nahtlos
neben Nilton Santos ein. Hamrin konnte sich gegen Nilton nicht durchsetzen und
Skoglund nicht gegen Djalma. Stopper Bellini (Der Sport:
"Eine Name, den ebenso ein Varietékünstler, ein Zauberkünstler
führen könnte!"), wurde mit Hans Kalb verglichen, dem Nürnberger
Cluberer, der 1920 bis 1928 der Nationalelf angehört hatte. Zito, der sich
seit dem Spiel gegen die Sowjet-union den Stammplatz als Läufer erobert hatte,
wirkte ebenso souverän wie sein Gegenpart Orlando, der in keinem Spiel gefehlt
hatte. Die brasilianischen Abwehrleute agierten schnell, sie griffen nie blindwütig
an, sondern erwarteten dank ihrer technischen Fähigkeiten in alle Ruhe die
schwedischen Angriffe. Um Garrincha auf Rechtsaußen zu würdigen,
zog man Stan Matthews und Helmut Rahn als Vergleich heran. Didi taufte man gar
"den brasilianischen Fritz Walter". Vavá war wieder torgefährlich,
aber auch im Zusammenspiel stark, un der junge Pelé zog erneut alle Blicke
auf sich. Die schwedische Führung hatte Brasilien bereits in der
8. Minute egalisiert. Der flinke Garrincha zog nach einem Paß von Didi an
Verteidiger Axbom vorbei, flankte fast parallel zur Grundlinie vor das Tor, wo
Vavá zum 1:1 verwandelte ....
Fußballweltmeisterschaft
1958 Schweden door
Werner Skrentny
(uitg. Agon) isbn:
3897841924 prijs: € 22,00 verschenen 2003 Duitstalig
uit voorraad leverbaar; verzendkosten € 1,95
Agon WM-Geschichte Band 6
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